Mozart und die Religion

Eine kritische Bestandsaufnahme


(mit Hörempfehlungen)

Dr. W. O. Deutsch

Musik: Große Messe in c-moll (Kyrie)

Die große Zahl der geistlichen Chorwerke Mozarts und ihre starke Ausstrahlungskraft mögen heutige Hörer zu dem Schluss führen, Mozart sei ein religiös tief empfindender Mensch gewesen. Immerhin hat er 20 Messen oder Teilmessen geschrieben - darunter solche zeitlosen und bewegenden Werke wie die große, leider unvollendet gebliebene Messe in c-moll von 1783, aus der wir soeben einen Ausschnitt gehört haben, und das Requiem von 1791, über dem er verstorben ist - sowie weitere 33 Vespern, Litaneien, Motetten, Kantaten und Oratorien: geistliche Musik, die bis heute zum gehobenen Standardrepertoire jedes katholischen Kirchenchores gehören. Seine Bedeutung für die katholische Kirchenmusik lässt sich aus einer Bemerkung einer Biografin im 20. Jahrhundert ablesen: Mozart sei die "Glorie des Katholizismus" gewesen (1).
Die Tatsache allerdings, dass er in einem Brief von 1781 an seinen Vater ausdrücklich betonen musste "Seien Sie versichert, dass ich gewiss Religion habe!"(2) , lässt eher darauf schließen, dass seine Gläubigkeit sich nicht unbedingt in seinem Verhalten ablesen ließ; der Vater hatte wohl entsprechende Zweifel geäußert(3). Mozart selbst gibt in demselben Brief auch zu:

"Der Hauptfehler bei mir ist, dass ich nach dem Scheine nicht allzeit so handle, wie ich handeln sollte".(4)

Wir müssen daher eher davon ausgehen, dass Mozart nicht das war, was man später einen "praktizierenden Katholiken" genannt hat. Zur Kirche als Institution hatte er kein besonders nahes Verhältnis.
Er hat wohl etliche Jahre im kirchlichen Dienst gestanden - nämlich von 1769 bis 1781 bei dem Erzbischof von Salzburg. Aber es ist durchaus denkbar, dass gerade die feudalen und autoritären Zustände am fürst-erzbischöflichen Hof in Salzburg einen Menschen eher auf Distanz zu Religion und Kirche bringen konnten - selbst Mozarts Vater Leopold, eigentlich ein sehr frommer Mensch, hatte da seine Schwierigkeiten. Das Komponieren geistlicher Musik gehörte in dieser Zeit zu Mozarts Dienstpflichten, war also unabhängig von seiner persönlichen Einstellung; die meisten seiner kirchenmusikalischen Werke sind denn auch Auftragskompositionen. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er viel lieber Opern geschrieben! (5) Dass "Kirchenmusik das Lieblingsfach des Komponisten" gewesen sei, wie sein erster großer Biograph Franz Niemetschek behauptet hat(6), gehört bereits zur Legendenbildung. Denn sonst hätte Mozart viel öfter geistliche Musik ohne Auftrag und Verpflichtung geschrieben; das wissen wir aber zuverlässig nur von zwei größeren Werken (Messe c-moll und die Motette Ave verum Corpus)(7) Fünf weitere Kyrie- und Gloria-Kompositionen aus den Jahren 1787-1791 sind nicht über das Entwurfsstadium hinausgekommen.(8)
Von Anfang an empfand Mozart einen Widerwillen gegen seinen letzten Arbeitgeber, den Erzbischof Colloredo, der 1778 sein Amt antrat. Das lag nicht zuletzt daran, dass Mozart in dem Kontext dieses Hofes sein Talent nicht anerkannt fühlte und sich daher nicht nach seinen Vorstellungen entfalten konnte: Der Erzbischof war offenbar vor allem daran interessiert, dass die Messen, die für die sonntäglichen Gottesdienste geschrieben waren, nicht länger als 20 Minuten dauerten. Daher die relativ große Anzahl von "Missae breves" aus dieser Zeit. In einem Brief, in dem Mozart versucht, seinem Vater das Ausscheiden aus den erzbischöflichen Diensten plausibel zu machen, nennt er den Erzbischof einen "hochmütigen eingebildeten Pfaffen"(9).
Mit den "Pfaffen" hatte Mozart insgesamt nicht viel im Sinn(10). . Diese Abneigung beruhte wohl auf Gegenseitigkeit: An seinem Sterbebett ist kein Priester erschienen, obwohl die Familie nach einem ausgesandt hatte(11). Dass Mozart bei dem Erzbischof zuletzt die Stelle eines Hoforganisten versah (von 1779-1781), geschah eher widerwillig und war kaum mehr als eine Zwangslösung, um überhaupt ein regelmäßiges Einkommen zu haben. Mozart hat die Orgel nicht geliebt. Die Organistenstelle in Versailles, die man ihm 1777 anbot, schlug er aus; er wollte etwas Besseres(12) . Die Orgel kommt bei ihm nur als notwendiges Begleitinstrument (Messen, Kirchensonaten) vor; Originalkompositionen für Orgel solo sind nicht bekannt.

Musik: Auszug aus einer Kirchensonate

"Nach allem, was uns die historischen Quellen wissen lassen, war Mozart… (k)ein tief gläubiger und persönlich frommer Katholik"(13) . Einige seiner Briefe an seinen Vater, nachdem er den Dienst beim Erzbischof Colloredo aufgekündigt hatte und als freischaffender Komponist nach Wien gezogen war, scheinen dieser Feststellung allerdings zu widersprechen. Denn wie ist das einzuordnen, wenn er z.B. schreibt:

"Ich höre alle Sonn- und Feiertage meine Messe, und wenn es sein kann, die Werktage auch, das wissen Sie, mein Vater"(14).-

"Morgen werde ich mit der Kerze in der Hand in der Josefstadt mit der Prozession gehen"(15).

Ein Grundproblem mit Mozarts Briefen ist, dass sie wenig zuverlässige Auskunft darüber geben, was er wirklich empfunden, gedacht, getan hat. Mozart verstellt sich darin eher, als dass er etwas von sich preisgibt(16): Er stellt sich so dar, wie er meint, dass die jeweiligen Empfänger ihn sehen wollen - und sollen. Oder er lenkt ab - Wolfgang Hildesheimer spricht von einer "zweckbedingten Heuchelei"(17). Das gilt besonders für die Briefe an den Vater, vor dem Mozart sich bis zu dessen Tod immer meinte rechtfertigen zu müssen. An einigen Stellen gibt er das unumwunden zu - z.B. wenn er 1781 an den Vater schreibt:

"In München, das ist wahr, da habe ich mich wider Willens in ein falsches Licht bei Ihnen gestellt, da hab ich mich zu viel unterhalten"(18)….

…nachdem er in vorangehenden Briefen behauptet hatte, er habe in München nur gearbeitet! In solch "falsches Licht" hat Mozart sich immer wieder gestellt - um die von ihm so angenommenen Erwartungen des Vaters zu befriedigen. Auch über seine Frömmigkeit hat er seinem Vater nicht immer wahrheitsgemäß berichtet; darüber sind sich die Mozartforscher heute einig(19). Wir haben schon eingangs davon gehört, dass er es offenbar als notwendig erachtete, Vater Leopold mitzuteilen: "Seien Sie versichert, dass ich gewiss Religion habe" - weil sein tatsächlicher Lebenswandel davon so wenig ahnen ließ.

Musik: Gloria aus der "Krönungsmesse"

Mozart ist in Wien wohl kaum jeden Sonntag in der Messe gewesen. Was er vom regelmäßigen Kirchgang hielt, geht aus einer ironischen Übertreibung hervor, mit der er den tatsächlich fast täglichen Messbesuch seiner Schwester Maria Anna 1780 als Übereifer karikierte:

"Um sechs Uhr (ist sie) aufgestanden, und um vier Uhr (war sie schon) in der Mess"(20).

Die von ihm angesprochene Prozession "mit der Kerze in der Hand" war kein exercitium pietatis, sondern hatte vor allem den Zeck, die Pieristen, zu denen die Prozession führte, zu beeindrucken: Er wollte wenige Tage später seinen Sohn in der Schule anmelden, die dieser Orden unterhielt(21).
Mozart lebte ein distanziertes Christentum, gefärbt von einer ganz und gar konventionellen Frömmigkeit, ohne eine besondere persönliche Tiefe(22). Ein "guter Christ" ist für ihn vor allem ein "ehrlicher Mann"(23). Bei Mozart wäre es undenkbar, dass er eines seiner Werke mit "soli Deo gloria (SDG)" unterzeichnet hätte - wie Johann Sebastian Bach -, oder eine seiner Sinfonien "dem lieben Gott" gewidmet hätte - wie Anton Bruckner. Nachdem er dem Vater von Paris aus den Tod der Mutter mitgeteilt hatte, schloss er zwar mit den Worten:

"Beten wir also ein andächtiges Vaterunser für ihre Seele - und schreiten wir zu anderen Sachen, es hat alles seine Zeit"(24).

Aber angesichts dieses Drängens, doch rasch zur Tagesordnung überzugehen, kann man sich des Eindrucks kaum erwehren, dass er dies Gebet als eine unter solchen Umständen zwar übliche, aber ein wenig zeitraubende Förmlichkeit verstand. Immerhin hatte er in diesem Brief dem Vater gerade mitgeteilt, dass seine Mutter gestorben war!

Musik: Ave verum Corpus

Wiederholt spricht Mozart von dem "Willen Gottes", dem man sich fügen müsse, aber solche Passagen haben eher einen fatalistischen Beigeschmack: Was er dann meint, ist eher: "Es hat so sollen sein"(25).
In einem bestimmten Zusammenhang jedoch hat die Berufung auf Gott für ihn eine ausgesprochen existentielle Bedeutung: wenn er von seinem musikalischen Talent als einer 'Gabe Gottes' spricht. Dieses Talent, dessen Besonderheit ihm sehr wohl bewusst war, nicht zu würdigen und zu leben, käme für ihn einer "Gottlosigkeit" gleich(26). Aus Salzburg muss er u.a. deshalb fort, weil Salzburg "kein Ort für (sein) Talent ist"(27). Sollte eine Ehe etwa ihn daran hindern, dieses Talent auszuleben, wäre sie nicht für ihn:

"Gott hat mir mein Talent nicht gegeben, damit ich es an eine Frau hänge, und damit ein junges Leben in Untätigkeit verbringe….Ich habe gewiss nichts über den Ehestand, aber für mich wäre er dermalen ein Übel"(28).

Die öffentliche Anerkennung und Würdigung seines gottgegebenen Talents war ihm außerordentlich wichtig; blieb sie in dem Maße, wie er sie brauchte, aus - wie in den letzten Jahren in Wien - , stand für ihn der Sinn seines Lebens in Frage. Er sprach dann von "schwarzen Gedanken, die ich mir mit Gewalt ausschlagen muss"(29) oder von einer "gewissen Leere, die mir weh tut"(30).

In Wien hat Mozart sich den Freimaurern zugewandt (1784). Das stand zu seiner Zeit keineswegs im Widerspruch zum christlichen Glauben. Auch hier wissen wir allerdings wenig darüber, wieweit Mozart sich mit den Ideen der Freimaurer persönlich identifiziert hat. Vermutlich war ihm vor allem die Geselligkeit unter Gleichgesinnten wichtig, die er in seiner Loge fand(31): u.a. hat er von dem Logenbruder Puchberg in den letzten Lebensjahren wiederholt Darlehen erhalten. Mozart hat auch Musik zu Freimaurertexten geschrieben - aber nur dann, wenn seine Pflicht als komponierender Logenbruder es ihm gebot, zu Festlichkeiten oder Trauerfeiern eine Musik zu schreiben. Man spürt bei "diesen Kompositionen denn auch das Forcierte einer Pflichtübung"(32). Die eigenartige Melange von Märchen und Frei-maurerideologie in der musikalisch überlegenen "Zauberflöte" lässt ebenfalls keinen Rückschluss auf Mozarts persönlichen Glauben zu - zumal das Libretto ja nicht von ihm selbst stammt(33).

Musik: Aus der Zauberflöte

In zwei Briefen - an seinen Vater und an seinen Librettisten da Ponte - hat Mozart sich mit der Frage des Todes auseinandergesetzt. Beide Male setzt er einen ganz unterschiedlichen Akzent. In dem Brief an den Vater vom April 1787 - es ist sein letzter, denn der Vater stirbt kurz darauf - schreibt Mozart:

"Der Tod …ist der wahre Endzweck unseres Lebens. Ich habe mich seit ein paar Jahren mit diesem wahren, besten Freunde des Menschen so bekannt gemacht, dass sein Bild nicht allein nichts Schreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel Beruhigendes und Tröstendes! Und ich danke meinem Gott, dass er mir das Glück gegönnt hat, mir die Gelegenheit zu verschaffen, ihn als Schlüssel zu unserer wahren Glückseligkeit kennen zu lernen…"(34).

Der Tod als "wahrer, bester Freund des Menschen", als "Schlüssel zu unserer wahren Glückseligkeit"! Wie anders klingt das im Brief an da Ponte, kurz vor Mozarts eigenem Tod - den er möglicherweise hier schon geahnt hat:

"Ich spüre es,…dass mir die Stunde schlägt, es geht ans Sterben. Ich bin am Ende, noch ehe ich mich meines Talentes habe erfreuen dürfen. Das Leben war so schön, …aber man kann nun einmal sein Schicksal nicht lenken. Keiner weiß, wie viele Tage ihm zugemessen sind. Man muss sich in den Willen der Vorsehung fügen. Ich schließe, denn da ist noch mein Totengesang, ich darf ihn nicht unvollendet lassen"(35).

Vom "Schlüssel zur wahren Glückseligkeit" keine Spur mehr! Stattdessen: "Man muss sich in den Willen der Vorsehung fügen". Von beiden Briefen fehlen die Originale; es ist nicht sicher, ob beide - oder überhaupt nur einer - von Mozart selbst stammen. Nehmen wir es einmal an. Möglicherweise ist dann die so unterschiedliche Beurteilung des Todes auf die unterschiedliche Situation zurückzuführen: Im Brief an den Vater möchte Mozart diesem die Angst vor dem baldigen Tod nehmen und schildert daher den Tod in fast menschenfreundlichen Tönen. Er schreibt dem Vater, was er meint, dass dieser jetzt braucht - wie schon in früheren Briefen.
Sich selbst kann er angesichts des eigenen Todes nichts vormachen. Es macht eben einen Unterschied, "ob man einen Sterbenden tröstet oder ob man den Tod an sich selbst zu erfahren beginnt"(36): Das Leben wird zuende sein, bevor er es richtig gelebt hat. Daraus spricht kein Selbstmitleid, aber Resignation und Fatalismus.
Man hat den Brief an den Vater als Zeichen "tiefster durchgehender Innerlichkeit" bei Wolfgang Amadeus Mozart gelesen - als untrüglichen Beweis, dass er eben auch in seinem Leben nicht nur ein sorgloser, leichtsinniger Spaßvogel gewesen sei(37). Bedarf es eines solchen Beweises? Wenn es so wäre - aus seinen Briefen wäre er, wegen ihres besonderen, häufig berechnenden Charakters, nicht zu erbringen. Aber seine Musik spricht eine andere Sprache. Er selbst schreibt einmal hellsichtig:

"Ich kann nicht poetisch schreiben; ich bin kein Dichter. … Ich kann aber (meine Ge-sinnungen und Gedanken) durch Töne ausdrücken: Ich bin ein Musikus"(38).

Und in seinem "Requiem", über dem er stirbt, gelingt ihm eine besonders ausdrucksstarke Auseinandersetzung mit dem Tod und der Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus. Es ist, wie die meisten seiner geistlichen Werke, eine Auftragskomposition, aber es ist denkbar, dass er bei der Komposition den eigenen Tod vor Augen hatte. Der Text ist vorgegebene Liturgie, aber in der Musik redet Mozart. Und im musikalischen "Nachdenken über den Tod und die 'letzten Dinge'…gelingt Mozart das, was christlicher Glaube erhoffen lässt: dass unser Leben und Lieben den Tod überwindet"(39). Es ist Musik, "welche die Wahrheit sagt"(40).

Musik: Anfang des Requiems

Nicht zuletzt seines Requiems wegen haben große Theologen des 20.Jahrhunderts wie Karl Barth und Hans Küng in Mozarts Werk "Spuren der Transzendenz" (H. Küng) und "einen besonderen, direkten Zugang des lieben Gottes zu diesem Menschen"(41) entdeckt - auch wenn der selbst gar nicht so fromm war!(42)

Musik: Anfang von "Lacrimosa" aus dem Requiem (= die letzten Noten aus Mozarts Feder)


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Dr. Wilhelm Otto Deutsch
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Fußnoten:

1 Annette Kolb, Mozart (1970), S. 308, zit. in Wolfgang Hildesheimer, Mozart, Suhrkamp Taschen-buch 1980, S. 372.

2 Brief an den Vater vom 13. Juni 1781, in: W. Hildesheimer (Hrsg.), Mozart Briefe, Insel Taschen-buch 1975, S. 107.

3 In demselben Brief findet sich auch der Satz: "Wegen meinem Seelenheil seien Sie ohne Sorge, mein bester Vater!" (ebd. S. 106)

4 Ebd.

5 M. Geck (Mozart - Eine Biographie, Reinbek bei Hamburg 2005) spricht auch im Zusammenhang von Messekompositionen von Mozarts "Theaterhaltung": S. 415.

6 1798, zit. in: Chr. Wolff, Mozarts Requiem, dtv 1991, S. 75.

7 Die Messe c-moll (KV 427 ) ist bezeichnenderweise unvollendet geblieben. Hildesheimer vermutet: "Keine Lust?" (W. Hildesheimer, Mozart, S. 375). Chr. Wolff stellt allerdings ein möglicher-weise wachsendes Interesse an der Kirchenmusik ab Mai 1791, also sieben Monate vor seinem Tod fest. Damals bewarb sich Mozart um die Kapellmeisterstelle am Wiener Dom (Chr. Wolff, ebd. S. 75).

8 Vgl. M. Geck, Mozart - Eine Biographie, S. 406.

9 Zit. bei W. Hildesheimer, Mozart, S. 24.

10 Vgl. die Beschreibung des Erzherzogs Maximilian, der die niederen Weihen hatte, im Brief vom 17. November 1781: "Als er noch nicht Pfaff war, war er viel witziger und geistiger, und hat weniger, aber vernünftiger gesprochen" (Mozart Briefe, 115). Vgl. H. Küng, Mozart, S. 18: "Mozart verkehrte kaum mit kirchlichen Frömmlern und haßte pfäffisches Wesen."

11 Vgl. W. Hildesheimer, Mozart, S. 371f.

12 Vgl. ebd. S. 95.

13 Peter Paul Kaspar, Ein grosser Gesang, Graz-Wien-Köln, 2002, S. 249. Ähnlich Hans Küng, Mozart - Spuren der Transzendenz, Serie Piper 1498, S. 17.

14 Brief vom 13. Juni 1781, in: Mozart Briefe, S. 107.

15 Brief an Constanze vom 8./9. Oktober 1791, in: Mozart Briefe, S. 169.

16 Vgl. W. Hildesheimer, Mozart, S. 352: Mit der "objektiven Wahrheit … hat Mozart es niemals sehr genau genommen".

17 W. Hildesheimer, Mozart, S. 139.

18 Brief vom 26. Mai 1781, in: Mozart Briefe, S. 103.

19 Vgl. auch P.P. Kaspar, Ein großer Gesang, S. 248: "Die religiösen Stellen in Mozarts Briefen …waren sicher bisweilen berechnend gemeint."

20 Aus einer Eintragung im Tagebuch seiner Schwester vom 23. August 1780, in: Mozart Briefe, S. 85. Vgl. auch den Brief vom 11. Oktober 1777, worin er seinem Vater mitteilt, dass "ich meine Mama in der Kirche abholen muss" - also wohl nicht selbst mit ihr dort war (Mozart Briefe, S. 29)

21 Vgl. W. Hildesheimer, Mozart, S. 344. Hildesheimer spricht in diesem Zusammenhang von einer "unverblümten Scheinheiligkeit" Mozarts. Vgl. auch den Brief an seine Frau Constanze vom 8./9. Oktober 1791, in: Mozart Briefe, S. 169.

22 Vgl. K. Barth, Wolfgang Amadeus Mozart, Zürich 1982 (11. Aufl.), S. 16: Mozart war "ohne be-sonderen kirchlichen Eifer im katholischen Gottesdienst".

23 Vgl. Briefe vom 17. August 1778 und vom 8. Januar 1779: Mozart Briefe, S. 72 u. 79. Vgl. auch Brief vom 7. Mai 1790: "Wucherer (= Geldverleiher) ….diese unchristlichste Klasse Menschen…."

24 Brief vom 9. Juli 1788, in: Mozart Briefe, S. 64.

25 Vgl. W. Hildesheimer, Mozart, S. 66 u. 72.

26 Vgl. Brief vom 11. September 1778, in: Mozart Briefe, S. 75: "… ein Mensch von superieurem Talent, welches ich mir selbst, ohne gottlos zu sein, nicht absprechen kann".

27 Brief vom 7. August 1778, in: Mozart Briefe, S. 74.

28 Brief vom 25. Juli 1781, in: Mozart Briefe, S. 108. Dass er fünf Monate später (15. Dezember 1781) dem Vater klarmacht, dass er nun doch heiraten werde - "weil ein lediger Mensch in meinen Augen nur halb lebt - ich hab halt solche Augen, ich kann nicht dafür" (Briefe, S. 117) - das steht auf einem anderen Blatt.

29 Brief vom 27. Juni 1788, in: Mozart Briefe, S. 138. Vgl. auch den Brief von Ende März 1790: "Sie werden an mir seither immer etwas Trauriges bemerkt haben", in: ebd. S. 151.

30 Brief vom 7. Juli 1791, in: ebd. S. 165. Norbert Elias kommt zu dem Schluss, dass Mozart an der "Sinnentleerung seines Lebens" starb: "Der Erfolg in Wien, an dem ihm vielleicht mehr lag als an irgendeinem anderen, blieb aus. Die Wiener gute Gesellschaft wandte sich ab von ihm. Der schnelle Verlauf seiner tödlichen Krankheit hing wohl nicht zuletzt damit zusammen, dass sein Leben für ihn an Wert verloren hatte. Er starb offenbar mit dem Gefühl des Scheiterns seiner sozialen Existenz" (N. Elias, Mozart, Suhrkamp Taschenbuch, 1993, S. 9)

31 Vgl. W. Hildesheimer, Mozart, S. 325.

32 W. Hildesheimer, ebd.

33 Neuerdings sieht J. Assmann (Die Zauberflöte - Oper und Mysterium, München 2005) in der Zauberflöte allerdings weniger "Konfusion" als eine von Autor und Komponist durchdachte "Illusionie-rungsstrategie".

34 Brief vom 4. April 1787, in: Mozart Briefe, S. 201f.

35 Brief vom September 1791, übersetzt aus dem Italienischen und zitiert bei W. Hildesheimer, Mozart, S. 203f.

36 W. Hildesheimer, Mozart, S. 204.

37 Darauf verweist ders., S. 203.

38 Brief vom 8. November 1777 an den Vater , in: Mozart Briefe, S. 39.

39 P. P. Kaspar, Der grosse Gesang, S. 249.

40 H. Küng, Mozart, S. 40.

41 K. Barth, W.A.Mozart, S. 16. Vgl. H. Küng, Mozart - Spuren der Transzendenz, dort besonders S. 42; auch R. Ringenbach, Gott ist Musik. Theologische Annäherung an Mozart, München 1986.

42 Vgl. M. Geck, Mozart, S. 411: "Wir brauchen nicht zu wissen, wie katholisch und fromm Mozart gewesen ist: Er muss nicht glauben, sondern glaubhaft komponieren".